RMG radikal kürzen oder bedingungsloses Grundeinkommen einführen ?

Die Idee alter Tradition „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ hat in Luxemburg leider noch Hochkonjunktur. Mehr als 50 Prozent sind in Luxemburg der Meinung, dass Arbeit eine Pflicht ist und dass Arbeitslosigkeit mit Faulheit gleichzusetzen ist.

Laut einer Eurobarometer-Studie aus dem Jahr 2003 sind 62 Prozent der Befragten der Ansicht, dass man egal welche Arbeit annehmen müsste, wenn man arbeitslos ist! Für Luxemburg schlug  die OECD im Juli 2006 vor die Entschädigung, die Arbeitslose beanspruchen können, zu kürzen, ebenso die Bezüge mancher Bezieher des garantierten Mindesteinkommens.

Diese rückständige Denkart macht sich die populistische „Alternative Demokratische Reformpartei“ zu Nutzen um zu fordern, dass der RMG radikal gekürzt werden sollte. Arbeit solle sich wieder lohnen! Wenn es denn welche gibt, auch für die Unmenge Nichtqualifizierter die wir leider in Luxemburg zu beklagen haben! Dass auch namhafte fortschrittlichere politische Kräfte ein bedingungsloses Grundeinkommen als eine sinnvolle und machbare Lösung ansehen ist beim ADR scheinbar noch nicht angekommen. Hier denkt man noch wie in der Zeit als der Bauer und seine Familie selber für sich sorgten und wenn sie nichts säten, hatten sie natürlich nichts zu ernten und zu essen. Im 21. Jahrhundert arbeiten wir alle in einer arbeitsteiligen Gesellschaft für andere und können ohne Einkommen überhaupt nicht arbeiten. Schon mancher Arbeitslose merkte, wenn er endlich wieder einen Job hatte, dass er sich ohne fremde Hilfe gar kein Ticket für den öffentlichen Transport leisten konnte, um zur Arbeit zu gelangen, geschweige denn sich einen Monat bis zum Erhalt des ersten Lohnes ernähren zu können.

Schon Albert Einstein sagte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Aber das war ja auch ein ganz Gescheiter !